Staatsakt für Richard von Weizsäcker, Foto: Bundesregierung/Denzel

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Staatsakt für Richard von Weizsäcker

Gestern begleitete ich Carl Bildt, den ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten und Außenminister, zum Trauerstaatsakt für den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Berliner Dom. Dass die schwedische Regierung Carl Bildt als Vertreter Schwedens zur Trauerfeier schickte, war ein wichtiges Signal.

Wie ein roter Faden zog sich von Weizsäckers Rede zum 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg, in der er sagte „der 8. Mai war ein Tag der Befreiung“ auch für Deutschland, durch die Ansprachen, die zu seinen Ehren im Berliner Dom gehalten wurden.

Viele der Redner, auch Bundespräsident Gauck, verbanden Richard von Weizsäcker mit Willy Brandt. Das kann ich gut verstehen. Denn nur wenige scheinen von so großer Bedeutung für das Bild der Deutschen in der Nachkriegszeit von sich selbst und von ihrem Land zu sein, wie diese beiden Politiker – der eine Sozialdemokrat, der andere Christdemokrat.

Dass Carl Bildt und eine Reihe anderer Vertreter der europäischen Nachbarn und Partner Deutschlands an den gestrigen Feierlichkeiten teilgenommen haben, zeigt, dass von Weizsäckers Wirken auch aus europäischer Sicht von großer Bedeutung war. Denn mit seiner Rede 1985 im Bundestag in Bonn bekräftigte von Weizsäcker das, was wir nach Willy Brandts Kniefall in Warschau schon wussten, aber dennoch hören mussten: Dass das neue Deutschland ein anderes Land ist als das Deutschland, das so viel Unheil über sich und andere europäische Länder brachte.


01 comments Send comment

  1. 01

    Es ist bemerkenswert, daß 70 Jahren nach Ende des 2. Weltkriegs ein solcher Kommentar von Staffan Carlsson hier erscheint.

    Das zeigt mir einmal mehr, daß der dümmliche Ausspruch von Helmut Kohl von der “Gnade der späten Geburt” nur eins war: dümmlich. Es gibt keine “Gnade der späten Geburt”. Wie Willy Brandt und Richard von Weizsäcker beide deutlich gemacht haben, gibt es nur eines, das wichtig ist: Verantwortung vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Völlig egal, in welchem Jahr man zufällig geboren ist.

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