Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961  Foto: Bundespresseamt

Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 Foto: Bundespresseamt
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Die Krim und die Berliner Mauer

Historische Parallelen und Argumente wurden in den letzten Wochen oft laut. Das ist sicher verständlich, wenn wir wie in der jetzigen Situation wegen der russischen Besetzung der Krim mit einer Herausforderung konfrontiert sind, die sich gegen die nach dem Fall der Mauer und der deutschen Wiedervereinigung von uns gemeinsam mit Russland geschaffene Ordnung für die Sicherheit in Europa richtet.

Viele Deutsche, mit denen ich gesprochen habe, lenkten meine Aufmerksamkeit auf die brandtsche Ostpolitik und die Tradition, den Dialog mit Moskau zu suchen – ein wichtiger Bestandteil dieser Politik. Das kann ich verstehen. Das Offenhalten von Gesprächsmöglichkeiten mit Russland ist gerade auch in einer Krise wie der jetzigen für die EU und ihre Mitgliedsstaaten von großer Bedeutung.

Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob das die allumfassende Antwort auf die Frage ist, wie Willy Brandt die Situation nach der Besetzung der Krim eingeschätzt hätte. Die brandtsche Ostpolitik ist aus einer anderen Krise, der Errichtung der Berliner Mauer 1961, hervorgegangen. Für den Regierenden Bürgermeister von West-Berlin war der Mauerbau seine bis dahin schwerste politische Herausforderung. Laut dem Autor seiner Biographie Peter Merseburger sprach Willy Brandt bei seinem Besuch in der Alliierten Kommandantura in Berlin am 13. August 1961 – dem Tag, an dem der Mauerbau begann – über die Besetzung des Berliner Ostteils durch die DDR.

Brandts eigene sofortige Antwort auf den Mauerbau waren klare Worte und die Aufforderung an die Amerikaner zu handeln. Er sprach von der „Sperrwand eines Konzentrationslagers“ und erinnerte daran, dass noch niemals Menschen „auf die Dauer in Sklaverei“ gehalten werden konnten. Er schrieb direkt an den amerikanischen Präsidenten und forderte eine Verstärkung der amerikanischen Militärpräsenz in Berlin.

Somit ist es mit Willy Brandt wie mit den meisten großen Politikern – er hat mehrere Dimensionen aufzuweisen.


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