Das Interesse am Thema war groß: Alle 150 Plätze im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg waren belegt bei unserer Tagung "Schweden in Ostdeutschland. Gestern, heute, morgen. Eine besondere Beziehung unter der Lupe" am 4. November im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald.
Bildrättigheter

Schweden in Nordostdeutschland

Bundespräsident Gauck, der ja aus Rostock kommt, sagte letztes Jahr in seiner Rede im Stockholmer Schloss, Schweden sei für ihn vor dem Fall der Mauer ein Sehnsuchtsland gewesen. Ich selbst hörte als Kind ständig von Lutherorten wie Erfurt und Wittenberg und von den alten schwedischen Gebieten in Pommern: Rügen, Usedom, Wismar, Stralsund und Greifswald.

Diese Orte wurden für mich so etwas wie meine eigenen Sehnsuchtsorte. Ich kam nie dorthin. Ich wollte nicht – die Diktatur verdeckte mir die Sicht. Und es gab vieles andere, das lockte. Erst, als ich Botschafter Schwedens im vereinten Deutschland wurde, fuhr ich nach Erfurt, Stralsund und Greifswald. Anfang dieser Woche war ich wieder dort und nahm an einer Tagung über das Schwedenbild im Nordosten Deutschlands teil, die von der Botschaft veranstaltet wurde.

Wenn ich Mecklenburg-Vorpommern besuche, fällt es mir leicht, die Nähe zu Schweden zu spüren. Richard Swartz, einer der bekanntesten schwedischen Journalisten,  viele Jahre Osteuropakorrespondent der schwedischen Tageszeitung Svenska Dagbladet, sagte in seinem Tagungsbeitrag „uns vereinen unterirdische Flüsse“. Wir bräuchten uns nicht so viel zu erklären, wir Schweden und die Deutschen im nördlichen Teil des Landes. Wir verstünden einander auch so.

Auf der Tagung stellte ich einleitend die Frage, worin diese Nähe eigentlich besteht. Ist es die Geschichte, der Protestantismus, ist es eine bestimmte Art des Denkens oder etwas in der Vorstellung, wie eine Gesellschaft funktionieren sollte? Vielleicht von jedem etwas. Aber wahrscheinlich ist es so, dass ein großer Teil der Antwort in unserem gemeinsamen protestantischen Erbe liegt.

Ich meine hier nicht das religiöse, sondern eher das protestantische Erbe im weiteren Sinne. Dass es wichtig ist, auf dem Boden zu bleiben, dass nicht Amt oder Geld zählen, sondern Taten und dass diese für sich selbst sprechen. Und dass ein Land und ein Volk nur durch harte Arbeit vorankommen.

Aber diese Werte gelten ja nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern. Findet man sie nicht auch beispielsweise in Baden-Württemberg, im äußersten Südwesten Deutschlands?


0 comments Send comment

Comment on post

To post a comment you need to log in with Facebook:

Read our netiquette

Latest posts

Sweden in the UK

Comment

Goodbye Britain

29 August 2016 at 19:24

After six wonderful years in Britain my term as ambassador has come to…

Sweden in Greece

Comment
photo: Robin Pettersson

Η Εθνική Εορτή της Σουηδίας 6 Ιουνίου

09 June 2015 at 09:15

 

Το Σάββατο γιορτάστηκε η Εθνική Εορτή της Σουηδίας, 6η Ιουνίου. Εμείς κάναμε…

Sweden in Poland

Comment

“We are here”

28 October 2014 at 18:22

I have just returned from POLIN – the Museum of the History of…

Sweden in Japan

Comment
Lars Vargö

Through the alleys of Stockholm

10 June 2014 at 13:23

Some participants in the haiku competition, and some friends of theirs, have pointed out…