Lindauer Nobelpreisträgertagung 2013 / Walter Kohn diskutiert mit jungen Forschern   Foto: Rolf Schultes

Lindauer Nobelpreisträgertagung 2013 / Walter Kohn diskutiert mit jungen Forschern Foto: Rolf Schultes
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Nobelpreisträgertagung am Bodensee: Inspirationsquelle für die wissenschaftliche Zusammenarbeit

Zu den schwedisch-deutschen Beziehungen, die mittlerweile viele Jahre auf dem Buckel haben, zählen auch die Nobelpreisträgertagungen am Bodensee. Graf Lennart Bernadotte rief sie nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit zwei Ärzten aus Lindau ins Leben. Heute wird diese Arbeit von einem Kuratorium geleitet, dem auch mehrere schwedische Wissenschaftler angehören. Präsidentin des Kuratoriums ist Gräfin Bettina Bernadotte, die Tochter des Grafen. In diesem Jahr fand die 63. Tagung statt.

Gut dreißig Laureaten kamen dazu nach Lindau, die meisten Nobelpreisträger für Chemie, da dieses Fachgebiet in diesem Jahr im Mittelpunkt stand. Mit einem von ihnen, Steven Chu, nahm auch ein Politiker und ehemaliger Energieminister von Präsident Obama teil. Das sechstägige Treffen endete mit einem Besuch (und weiteren Gesprächen) auf Schloss Mainau, dem Sitz der Familie Bernadotte.

Nach dem Krieg erfüllten die Nobelpreisträgertagungen am Bodensee unter anderem den Zweck, die internationale Isolierung Deutschlands zu durchbrechen. Doch obwohl diese Aufgabe längst erfüllt ist, bestehen die Treffen weiter. Ich glaube, das liegt daran, dass die Begegnung der Nobelpreisträger mit den vielen Nachwuchswissenschaftlern aus der ganzen Welt, die nach Lindau eingeladen werden, den eigentlichen Kern der Tagungen bildet. Bei meinen Unterhaltungen mit den Laureaten wurde sehr deutlich,  dass eben diese Gespräche mit jungen Forschern sie veranlasst hatten, ihre Teilnahme in Lindau zuzusagen. Hier diskutierten die Nobelpreisträger von gestern mit denen von morgen alles von neuen Medikamenten gegen altersbedingte Krankheiten bis hin zu Lösungen für unsere Energieprobleme.

Es sind nicht nur das Engagement der Familie Bernadotte und die Verbindung zum Nobelpreis, die die jährliche Tagung am Bodensee zu einer schwedisch-deutschen Angelegenheit machen. Es ist darüber hinaus so, dass jeweils einer der beiden Wissenschaftler, die die Tagungen vorbereiten, Mitglied einer Einrichtung ist, die Nobelpreisträger ernennt. Dieses Mal war es die Professorin Astrid Gräslund, Ständige Sekretärin im Nobelpreis-Komitee für Chemie.

Natürlich hoffe ich, dass die Nobelpreisträgertagungen zukünftig eine Inspirationsquelle für die weitere schwedisch-deutsche wissenschaftliche Zusammenarbeit und für neue Dimensionen in den wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Schweden und Deutschland sein können.


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