Bei uns an der Botschaft ist es ganz selbstverständlich, dass auch die Väter einige Monate Elternzeit mit ihren Kindern in Anspruch nehmen Foto: Martin Svalander/imagebank.sweden.se
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Worin wurzelt die schwedische Gleichstellung?

Gleichstellung ist ein immer wiederkehrendes Thema bei deutsch-schwedischen Diskussionen. Das ist gerade dann nicht verwunderlich, wenn man in Deutschland Fragen wie den Ausbau der Kitaplätze, Ehegattensplitting und Betreuungsgeld auf die politische Tagesordnung setzt. Meiner Meinung nach ist die Grundhaltung der Schweden zur Gleichstellung in der Welle politischer Veränderungen verwurzelt, die die schwedische Gesellschaft in den 1960er und 1970er Jahren erfasste, in der Zeit, als ich an der Universität studierte.

Damals beschäftigten uns zwei Fragen, die mich seitdem immer auf irgend eine Weise begleiten. Zum einen ging es um unsere Sicht auf die Welt, ob und wie wir dazu beitragen könnten, sie zu verbessern? Die andere Frage war mehr persönlicher Art. Wie wollten wir unser Leben leben und wie sollte unserer Meinung nach die Beziehung zwischen Mann und Frau aussehen?

Die Antworten auf die erste Frage waren vielfältig und nicht immer besonders durchdacht. Aber zur letzteren bildete sich innerhalb der schwedischen Gesellschaft eine gemeinsame Sichtweise heraus. Die Antwort hieß Gleichberechtigung, eine Beziehung auf der Grundlage gleicher Bedingungen. Ich kann von mir leider nicht behaupten, dass es mir immer gelungen ist, das auch im täglichen Leben so umzusetzen. Das gilt vor allem für die Zeit, als die Kinder noch klein waren und die Gleichstellung besonders stark auf die Probe gestellt wurde. Aber auf jeden Fall war ein Leben mit meiner Partnerin auf der Grundlage gleicher Bedingungen das, worum ich mich bemüht habe.

Genau daran musste ich denken, als in dieser Woche der ehemalige Erzbischof von Uppsala, K. G. Hammar, ein Kind der 68er-Bewegung, in einem Fernsehinterview auf etwas zu sprechen kam, dass meiner Meinung nach tiefgreifender erklärt, warum ich und die Mehrzahl der schwedischen Männer sich ein gleichberechtigtes Zusammenleben wünschen. Liebe, meinte K. G. Hammar, funktioniere niemals von oben nach unten, Liebe sei nur auf Augenhöhe möglich.


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