Nach Schneesturm und wunderschönen Lucia-Konzerten Foto: Wiebke Ankersen
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Lucia mit Hindernissen

In Berlin haben wir zwei Tage lang – und im Voraus – Lucia gefeiert. Für uns ist es fast wie ein zweiter Nationalfeiertag, das Lucia-Fest.

Manchmal habe ich überlegt, wie ergreifend die Lucia-Prozession wohl von einem ausländischen Publikum empfunden wird. Liegt es eigentlich nur an der starken schwedischen Chortradition und der besonders hohen Gesangsqualität, dass diese urschwedische Tradition auch die ausländischen Gäste anspricht? In Deutschland, wo man mit Schweden eher vertraut und wo die Liebe zum Schwedischen größer ist als anderswo, erübrigt sich diese Frage vielleicht, aber wie steht es damit in anderen Ländern?

Nachdem ich mit vielen von zahlreichen Empfängen gestressten Diplomaten gesprochen habe, die dennoch Jahr um Jahr unseren Lucia-Empfängen treu bleiben, bin ich eher geneigt zu glauben, dass Lucia auch bei denjenigen etwas im Innern berührt, die nicht mit ihr aufgewachsen sind. Lucia funktioniert also auch im Ausland, obwohl sie ihre Wurzeln in der bäuerlichen schwedischen Gesellschaft und im dunklen nordischen Winter hat.

In diesem Jahr hatten wir Probleme mit dem Zeitplan. Mit dem Berliner Dom war ein Lucia-Konzert für Sonntagabend, den 9. Dezember, vereinbart. Aber an diesem schneereichen Sonntag war der Flugverkehr zwischen Stockholm und Berlin nicht gerade sehr zuverlässig, und so landete Lucia mit ihrem Gefolge erst 20.30 Uhr, mehr als vier Stunden später als geplant, in einem wie Lucia ganz in weiß gekleidetem Berlin. Ich hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, dass das Konzert stattfinden könnte, und deshalb sogar bereits die schwedische Ministerin für Entwicklungshilfe, die gerade in Berlin weilte und gern mit in den Dom kommen wollte, darüber informiert, dass sicher nichts daraus werden würde.

Aber Dank beispielhafter Improvisation seitens der Organisatoren im Berliner Dom und dem außergewöhnlichen Engagement des Domorganisten Andreas Sieling, der kurzfristig ein spontanes Weihnachtskonzert gab, gelang es uns, dass das Publikum eineinhalb Stunden im Dom geduldig bis zur Ankunft von Lucia ausharrte. Dafür wurden die Entwicklungshilfeministerin und alle wir anderen, die warteten, reichlich für die Mühe belohnt. Als das deutsche Publikum dann dem Lucia-Chor spontan zur seiner wunderbaren Interpretation des von Jan Sandström arrangiertem „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ von Praetorius applaudierte, war ich mir sicher, dass wir den geduldigen Besuchern etwas ganz besonderes dargeboten hatten.


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