Die Gustav-Adolf-Gedenkstätte in Lützen
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Lützen

Von Lützen, dem Ort des letzten Gefechts von Gustav II. Adolf im Dreißigjährigen Krieg, haben wohl viele Schweden eine Vorstellung. Nur wenige sind tatsächlich dort gewesen. Ich selbst war vor einigen Tagen da, genau 380 Jahre nach der Schlacht gegen Wallensteins kaiserliches Heer. Mir klingt noch der Schlussakkord des Psalms in den Ohren, mit dem die Messe in Lützen endete – Anders Frostensons „Strahlen brechen viele aus einem Licht“. Thema dieses Psalms sind nicht Kampf oder Spaltung, sondern die christliche Einheit.

Ich habe in Lützen über den langen Zeitabschnitt von Mitte des 17. Jahrhunderts bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesprochen, in dem Schweden eine regionale Großmacht Nordeuropas war. Dieser Zeitabschnitt beginnt mit dem Eintritt Schwedens in den Dreißigjährigen Krieg und endet mit der Niederlage im Krieg gegen Russland 1808/1809. Das Paradox ist, dass wir heutigen Schweden so eins sind mit unserer modernen Sicht auf unser Land, dass es uns leichter fällt, mit unseren militärischen Niederlagen wie der von 1808/1809 umzugehen, als mit militärischen Siegen wie dem Lützen.

Wenn der ehemalige Ständige Sekretär der Schwedischen Akademie, Horace Engdahl die Bedeutung des Krieges von 1808/1809 in Worte fasst, kommt damit auch der heutige Schwede zurecht: „Für unser Recht, ein Zuhause in der Welt zu haben, selbst über unsere Zukunft entscheiden zu können, nicht von der Großmachtpolitik verschlungen zu werden, für unser Recht, frei der Größe und des Elends in unserer Geschichte zu gedenken – dafür haben unsere Landsleute … vor 200 Jahren ihr Blut vergossen.“

Warum wir uns vom Vorrücken der katholischen Heere in Richtung Ostsee in den 1620er Jahren so bedroht gefühlt haben, dass wir uns gezwungen sahen, in den Dreißigjährigen Krieg einzutreten, ist nicht ganz so einfach zu erklären.

Aber vielleicht muss ein Botschafter ja auch nicht auf alle Fragen eine Antwort haben?


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