Raoul Wallenberg und seine Mitarbeiter in der schwedischen Vertretung in Budapest. Foto: Thomas Veres, Reproduktion: Karl Gabor
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Raoul Wallenberg

Vor 100 Jahren wurde Raoul Wallenberg geboren. Im Herbst ehren wir ihn in Berlin mit zahlreichen Veranstaltungen. Die Botschaft arbeitet dazu mit herausragenden deutschen Einrichtungen wie dem Centrum Judaicum, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zusammen. Im Frühjahr und Sommer nahmen die Pläne Gestalt an, und in den vergangenen Wochen haben mir meine Mitarbeiter über den Stand der Vorbereitungen berichtet.

Ende der 90er Jahre und zu Beginn des neuen Jahrtausends leitete ich die Schwedische Botschaft in Budapest, in der Raoul Wallenberg vor 70 Jahren tätig war. Es verging nicht ein Monat während meiner fünf Jahre in Ungarn, in dem ich nicht auf irgendeine Weise an Raoul Wallenbergs Engagement erinnert wurde. Menschen, die er vor den deutschen Besatzern gerettet hatte, kamen auf mich zu und erzählten mir ihre Geschichte, unterwegs in Budapest konnte jemand auf die „Schwedenhäuser“ zeigen, in denen Wallenberg tausenden Juden während der chaotischen Monate 1944-45 Schutz geboten hatte. Und natürlich nahm ich auch an Einweihungen von Denkmälern teil.

Von schwedischer Seite haben wir uns lange vor allem mit dem Schicksal Wallenbergs beschäftigt. Was war mit ihm geschehen, und hatten wir wirklich genug getan, um ihn zu retten? Diese Fragen sind natürlich wichtig. In den Jahren mit der größten Wahrscheinlichkeit, dass er noch lebte, waren Schwedens Anstrengungen, Moskau zu seiner Freilassung zu bewegen, am geringsten – ein Versagen der schwedischen Diplomatie.

Aber ich hoffe, dass wir unsere Aufmerksamkeit im Herbst auch auf etwas anderes richten können, nämlich auf Raoul Wallenberg als Inspirationsquelle für diejenigen, die sich geweigert haben – oder sich heute noch weigern – Unterdrückung in unserer Zeit zu akzeptieren. Er hat viele späte Nachfolger, die bereit sind, für das Wohl anderer große persönliche Risiken einzugehen. Und gerade deshalb wird Raoul Wallenberg noch weit über seinen 100. Geburtstag hinaus in Erinnerung bleiben.


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