Ausflug in die Wirklichkeit

Für einen Botschafter ist es immer gut, wenn er den Schreibtisch mal verlassen kann. Diese Gelegenheit bot sich mir Ende letzter Woche, als wir Jasenko Selimovic, den Staatssekretär des schwedischen Ministers für Integrationsfragen, hier in Berlin zu Besuch hatten. Er besichtigte ein Industrieunternehmen und sprach außerdem mit Vertretern der deutschen Metallverarbeitungs- und Elektronikindustrie darüber, was man in Berlin und Brandenburg unternimmt, um Jugendliche mit Migrationshintergrund für den Arbeitsmarkt fitzumachen. Wir waren auch bei der Handwerkskammer Berlin, wo wir eine spannende Diskussion über die neue deutsche Gesetzgebung zur Anerkennung ausländischer Ausbildungsabschlüsse und deren praktische Umsetzung führten. Ziel dieser Gesetzgebung ist es, Personen mit Migrationshintergrund dem Arbeitsmarkt zuführen zu können.

Für mich zeigte sich ganz deutlich, dass Schweden auf diesen beiden Gebieten etwas von Deutschland lernen kann. Mir ist bewusst, dass man nicht nur in Schweden, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern viel vom deutschen Berufsausbildungssystem und von der Praxis lernen kann, Unternehmen und Berufsschulen miteinander zu verknüpfen, um den Jugendlichen nach abgeschlossener Berufsausbildung die Arbeitsplatzsuche zu erleichtern. Dieses System stellt eine gute Grundlage dar, auf der man bei der Arbeit mit jugendlichen Einwanderern aufbauen kann. Darüber hinaus muss man sich sicher auch in Deutschland noch weiter Gedanken darüber machen, wie der Arbeitsmarkt auch den Bürgern mit ausländischen Wurzeln zugänglich gemacht werden kann, die über eine geringe Bildung verfügen.

Wir haben uns eineinhalb Jahre hier an der Botschaft mit einem Thema beschäftigt, das wir „Gesellschaften in Veränderung“ genannt haben. Dabei sind wir von zwei Ansatzpunkten ausgegangen: einerseits gleichen sich die schwedische und die deutsche Gesellschaft und sind dadurch mit ähnlichen Problemen konfrontiert, andererseits können wir sowohl auf schwedischer als auch auf deutscher Seite voneinander lernen. Die Gespräche, die Jasenko Selimovic während seines Berlinbesuchs führte, zeigen, dass dies zumindest auf dem Gebiet der Integrationspolitik der Wirklichkeit entspricht.


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