Deutschland, Großbritannien – und Schweden
Von den Königswinter Konferenzen hörte ich, als ich Botschafter in Großbritannien war. Sie finden einmal im Jahr statt und geben deutschen und britischen Politikern, Beamten, Geschäftsleuten, Akademikern und Journalisten die Möglichkeit, laut über ihre Länder und deren Platz in Europa und in der Welt nachzudenken. Es geht, so habe ich es verstanden, darum, den Teilnehmern ein tieferes Verständnis für das Denken und die Beweggründe des jeweils anderen zu vermitteln. Und was sollte wohl eigentlich besser geeignet sein als ein solcher Meinungsaustausch, um die Kenntnisse über ein anderes Land zu verbessern und mit Stereotypen und Missverständnissen aufzuräumen?
Vor der diesjährigen Königswinter Konferenz vor eineinhalb Monaten führte das bekannte britische Meinungsforschungsinstitut YouGov eine Untersuchung durch, in der man eine große Anzahl von Personen in Deutschland und Großbritannien bat, aus acht namentlich genannten Ländern (Vereinigte Staaten, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Schweden, Russland, China, Indien, Brasilien) ihr Lieblingsland auszuwählen. Deutsche und Briten durften dabei ihr eigenes Land nicht nennen. An der Spitze der deutschen Liste stand mit 42 Prozent, an der Spitze der britischen Liste mit 31 Prozent – Schweden.
Das freut mich als ehemaligen schwedischen Botschafter in London und als jetzigen schwedischen Botschafter in Berlin. Natürlich kann man sich fragen, was allgemeine Popularität dieser Art wert ist. Acht Länder waren dabei, viele der großen und mächtigen, und Schweden war fast das einzige Land in der Untersuchung, das weder das eine noch das andere ist. Das hat sicherlich die Spitzenposition Schwedens auf der Liste erleichtert.
Als Botschafter habe ich diese Schwedenpopularität sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland erfahren. Aber es gibt einen Unterschied. Das Wissen über Schweden ist in Deutschland größer als in Großbritannien. Viel mehr Deutsche haben irgendeine Art persönlicher Erfahrung mit und Beziehung zu Schweden, und einige sprechen ja sogar schwedisch. Wir haben also eine sehr gute Grundlage, auf die wir bauen können, wenn wir versuchen, die Kontakte zwischen Schweden und Deutschland weiterzuentwickeln.
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