Ostseezusammenarbeit
Mehrere Tage lang haben wir in Berlin das zwanzigjährige Jubiläum des Ostseerates gefeiert. So auch am Dienstag im Außenministerium mit dem Sohn eines Rostocker Kapitäns als Ehrengast. Präsident Gauck, der in der nächsten Woche Schweden besuchen wird, sprach darüber, wie die Ostsee sich von einem bewachten Meer, das die Menschen an der deutschen Ostseeküste sich eingesperrt fühlen ließ, zu einem Meer der Freiheit entwickelt hat und zum Nabel der Zusammenarbeit zwischen den Anrainerstaaten, Norwegen und Island.
Dass Norwegen und Island mit dabei sind, verwundert viele. Aber bei der Ostseezusammenarbeit geht es nicht nur um eine geographische Gemeinschaft, sondern auch um eine politische und kulturelle. Die nordische Identität ist stark. Und dann höre ich manchmal, nur die deutschen Bundesländer an oder nahe der Ostsee engagierten sich wirklich für die Ostseezusammenarbeit. Aber so verwunderlich ist es wohl nicht, dass die stärksten Antriebskräfte für die Ostseezusammenarbeit in Deutschland sich genau dort finden? Es ist ja eine Folge des deutschen Föderalismus.
Auch in der deutschen Bundesregierung gibt es ein lebendiges Interesse für Ostseefragen. Das haben wir nicht zuletzt bei diesen Ostseetagen gesehen, als diejenigen, die die tägliche Zusammenarbeit tragen, gemeinsam mit Vertretern der Regierungen aller Ostseerat-Staaten vor Ort in Berlin waren. Sowohl die Wirtschaftszusammenarbeit als auch der Kulturaustausch hatten ihren Platz im Programm – Seminare und Arbeitsgruppen, aber auch ein Krimifestival, Film und Musik. Als am Dienstag die Disko anfing, war ich allerdings schon gegangen.

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